Hier finden Sie die aktuellen Geschehnisse unseres Vereinslebens

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2021-03-18
Anfang gesucht…

Hallo liebe Kameraden & Kameradinnen,
liebe Chronik Leser & Leserinnen,

in der Regel starten unsre Wildschützen Chroniken mit dem Bericht der Jahreshauptversammlung im September des vorherigen Jahres, die das neue Schützenjahr einleitet. Doch diese Chronik startet zum einen sehr spät und zum andren sehr untypisch.

Der verzögerte und untypische erste Eintrag dieser Chronik hängt mit dem noch stets ruhenden Vereinsleben zusammen. Wobei nicht nur das Leben unseres Vereins lahmgelegt wurde.
Ein klitzekleiner Virus hat es geschafft, die komplette riesige Welt innerhalb weniger Monate lahmzulegen.
Klare Luft. Erzwungene Pause. Stillstand. Einsame Bergpfade. Neubeginn? Menschenleere Tierparks. Ruhe. Innere Einkehr. Glasklare Flüsse. Lautloser Himmel. Spürbare Erleichterung der Umwelt. Überlegendes Innehalten. Aufatmen? Unter anderem solche Schlagworte hat das Coronavirus mit Namen „SARS-CoV-2“ in den Köpfen vieler Bürger und Bürgerinnen während dieser lahmgelegten Zeit geschaffen. Diesen beinahe schon hoffnungsvollen Bildern stehen folgende mittlerweile in knalliger Leuchtschrift eingebrannten Worte gegenüber (nur eine kleine Auswahl der schier endlos erscheinenden Schlagworte der letzten Monate):
Corona Schnelltest. Maulkorb. Social Distancing. Covid-19. Herdenimmunität. Quarantäne. Reproduktionszahl. Krankenhaus Besuche verboten. Homeschooling. Corona-Party gesprengt. Kontaktbeschränkung. Wie geht es weiter? Ansteckungskette. Intensivbett. FFP2 Maske. Lockdown. Impfung. Ängstliches abwarten. Geisterspiel. Bis auf weiteres geschlossen.
Viele dieser Begriffe wurden 2020 sogar neu im DUDEN aufgenommen. Auch weitere der 3000 neuen Begriffe spiegeln unser heutiges Leben auf absurde Art und Weise wider.
Ein Auszug des Artikels „Der neue Duden 2020: Das hat sich verändert“ der Homepage t-online
(https://www.t-online.de/leben/familie/id_88371306/der-neue-duden-2020-was-hat-sich-geaendert-diese-woerter-sind-neu.html) :
Alltagsrassismus, bienenfreundlich, Chiasamen, Dieselaffäre, Erklärvideo, Fridays for Future, Gendersternchen, Hatespeech, Influencer, Klimanotstand, Ladesäule, Masernimpfung, Netflixserie, pestizidfrei, Shishabar, Uploadfilter, Videobeweis, Whatsapp-Gruppe und – Zwinkersmiley… „Es sei der umfangreichste Duden, den es je gab.“, schreibt der Verfasser.



2021-03-18
...weiter gesucht...

Wie der Himmel das derzeitige wechselhafte Wetter, so scheinen auch die permanent schwankenden Ansteckungszahlen mit dem Virus, ständig ändernde Regelungen seitens der Regierung hervorzurufen. Graupel wechselt sich seit Tagen mit Sonnenschein und feinem Sprühregen ab. Stürmische Böen wehen winzige bis „Fusselgroße“ Schneeflöckchen (Aussage meiner fast 5-jährigen Tochter Vanessa) wie Coronaviren gleich, durch die Luft. Unbeständiges Aprilwetter vom feinsten durchwühlt Pöcking in unserer von Corona gebeutelten Welt. Ein Verlass auf Beständigkeit in Sachen Regierungsanweisungen, eine baldige Rückkehr zur Normalität, ein Leben ohne Maske, eine herzliche Umarmung ohne Beklemmung, ein Handschlag zur Begrüßung oder ein Bürojob ohne Homeoffice erwarten dieses Jahr sicherlich nicht mal mehr die euphorischsten Optimisten unter uns. Die Starnberger 7-Tage-Inzidenz liegt laut RKI mit Stand vom 18.03.2021 bei 70,98; Tendenz weiter steigend.

Übrigens passt die Bedeutung: das Fremdwort stammt aus dem Lateinischen incidere und bedeutet „(in, auf etwas oder auf jemanden) fallen, hineinfallen“. Somit „fiel“ der Covid-19 epidemiologisch in unsere Welt ein und beherrscht uns nun erfolgreich.
Auch wenn ich das Wort „Inzidenz“ langsam nicht mehr hören kann (wie wäre es beispielsweise mit Überfallsquote?), bedeutet dieser Wert weitere Kontaktbeschränkungen. Liegt die 7-Tage-Inzidenz zwischen 50 und 100, ist eine Öffnung der Kulturstätten, Handel- und Dienstleistungsbetriebe nur nach vorheriger Terminbuchung (sog. Click and Meet) und mit bestimmten Auflagen erlaubt. Unter anderem die Gastronomen müssen versuchen sich dabei irgendwie über Wasser zu halten. Sehr viele von ihnen ertrinken vermutlich im stinkenden Sumpf der sog. Infektionsschutzmaßnahmenverordnung, wenn sie sich nicht an ein rettendes Ufer ziehen können. Allein schon das meterlange zungenbrecherische Wort der Geißelung lässt einen stolpern und mit wild rudernden Armen ins matschige Fahrwasser der Regierung plumpsen. Wenn man sich da nicht sofort an einen Rettungsschirm klammert, ist ein herauskriechen für viele Gewerbetreibende und Co. fast unmöglich.

Die Homepage des LK Starnbergs informiert uns auch über unser Sportleben: „Wird eine 7-Tage-Inzidenz von 50 nicht überschritten, ist kontaktfreier Sport in Gruppen von bis zu 10 Personen oder unter freiem Himmel in Gruppen von bis zu 20 Kindern unter 14 Jahren erlaubt. Sportplätze, (…) andere Sportstätten (…) dürfen zur Ausübung von kontaktlosem Sport wieder betrieben und benutzt werden, allerdings nur im Freien auf den Außensportanlagen. In den Innenräumen ist die Ausübung von Sport weiterhin untersagt.
Liegt die 7-Tage-Inzidenz zwischen 50 und 100, ist nur kontaktfreier Sport unter Beachtung der Kontaktbeschränkung nach § 4 Abs. 1 erlaubt – also mit den Angehörigen des eigenen Hausstands sowie zusätzlich den Angehörigen eines weiteren Hausstands, solange dabei eine Gesamtzahl von insgesamt fünf Personen nicht überschritten wird - sowie zusätzlich unter freiem Himmel in Gruppen von bis zu 20 Kindern unter 14 Jahren.“
… da soll sich noch einer auskennen? In dem Dschungel der „Inzidenzabhängigen Lockerungen“ und wechselhaften Beschränkungen müsste man schon Urwaldforschung studiert haben, um sich wenigstens grundlegend zurecht zu finden. Ich verlaufe mich regelmäßig zwischen Lianen von Anordnungen und Bäumen von Paragraphen der 12. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung. Also spätestens nach der 5. Änderung dieser Vorgaben und dem 4. Satz bin ich ausgestiegen.
Wie ergeht es euch dabei?

Wie dem auch sei. Um nochmals auf die anfangs angesprochenen Punkte des späten Beginns der Chronik zurückzukommen - leider unumstrittener Fakt ist:

Unser Vereinsleben wurde lahmgelegt. Dieses Jahr wurde auf unserem Schießstand noch kein einziger gewerteter Schuss abgegeben. Der in der Online Sitzung des Schützenmeisteramtes vom 11.11.2020 fest gebuchter Termin für unser Königsschießen war der 9.Januar 2021. Dieser Tag ist längst verstrichen, leider ohne unser großes Ereignis.
Unsere neue Schützenanlage steht seit Monaten still und wartet wie ein gesatteltes Rennpferd, dass für den nahenden Wettkampf gestriegelt und geputzt wurde, mit majestätischer Ruhe auf mit Kameraden gefüllte Räume, den Widerhall abgegebener Luftgewehrschüsse und den Geruch von abgefeuerter Zimmerstutzen Munition. Wollen wir hoffen, unser Vereinshaus baldmöglichst mit all dem, was eine aktive Schützengesellschaft ausmacht, wieder füllen zu dürfen. Ebenso wünsche ich uns, dass ich zu den euphorischen Optimisten gehöre, die nicht vergeblich hoffen…



2021-03-18
...und noch nicht gefunden...

Der zweite und weitaus profanere Grund des späten Beginns der Chronik ist unser geändertes Sportjahr.
Bereits im September 2020 (als ja früher immer die neue Saison begonnen hat) hat das Schützenmeisteramt in seiner Sitzung einstimmig beschlossen, dass die Saison 2019/2020 im September 2020 mit einer Preisverleihung zu noch unbestimmtem Zeitpunkt beendet wird. Wir konnten die Preisverleihung bis heute nicht stattfinden lassen – wie ihr vermutlich schon ahnen konntet.
Unsre neue Saison 2020/21 begann ab November und dauert übergansweise 14 Monate. Die Saison 2021 startete mit dem Geschäftsjahr am 1.1.2021 und dauert bis Ende des Jahres 2021. Somit sind wir zwar nun schon seit Monaten in der Saison 2020/21, dies jedoch „erfolglos“, da der Sportbetrieb vom besagten Virus ebenso angesteckt wurde, wie nahezu alle andren Betriebe des gesellschaftlichen Spaßfaktors.

Somit kann ich nur resümieren, dass der Anfang gesucht...

...aber bisher noch nicht gefunden wurde.

Wer ihn findet, der möge ihn bitte schnellstmöglich in alle Welt hinaustragen.